Jute, Chronik einer Erfolgsgeschichte

Die Jutefaser hat eine glorreiche Geschichte hinter sich, nicht nur als einer der beliebtesten Stoffe im Verpackungswesen, sondern auch als Wirtschaftsfaktor in Indien und Bangladesch. In den letzten Jahren schaffte die goldene Faser immer mehr den Sprung zu einem echten Life Style Produkt.

Verwendung durch Europäer

Im 17. Jahrhundert starteten Britische Kolonialherren den Handel mit dem Naturprodukt. Die Kolonialstreitkräfte in Indien entdeckten, dass der Stoff nützlich für das Militär sein könnte. Schon bald wurde daraus ein Industriezweig und Britische Jute Barone ließen zahlreiche Produkte in Handarbeit herstellen:

  • Seile
  • Schürzen
  • Teppiche
  • Zelte
  • Segeltuch
  • Wandteppiche
  • Pferdedecken

Die Briten schätzen die niedrigen Kosten, Haltbarkeit und Vielseitigkeit der Faser.

Größte Nachfrage im 1. Welttkrieg

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts beschränkte sich die Juteverarbeitung in Europa hauptsächlich auf das Britische Empire und ihre Jute Metropole im Schottischen Dundee. Als nächstes entdeckten die Franzosen die Vorzüge der goldenen Faser und später auch andere Nationen wie Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien.

Eine letzte große Exportwelle im Britischen Kolonialreich gab es während des 1. Weltkrieges, als mehr als eine Milliarde Jutesäcke als Sandsäcke an die Front geschafft wurden. Mit ihnen wurden Schützengräben stabilisiert und man erhoffte sich, dass sie feindliche Gewehrkugeln abfangen würden.

Nach der Erreichung der Unabhängigkeit Indiens 1947 brach der Jutehandel für einige Jahrzehnte ein.

Jutenutzung vor der Ankunft der Europäer

Dokumente aus der Zeit des Dschalāludin Mohammed Ākbar sind die ältesten historischen Quellen, die Aufschluss über Verwendung  der Faser geben können.  Ākbar herrschte zwischen 1556 bis 1605 über weite Teile Indiens. Die Quellen berichten, dass Jute von der Landbevölkerung als Kochgemüse und als Faserquelle für einfache Bekleidung Verwendung fand. Auch einfache Seile wurden schon vor der Ankunft der Briten gewoben.